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Elternhaus zu Lebzeiten kaufen

29.09.2020  22:23
von: Ti Mo

Guten Tag liebe Forengemeinde,

während meiner Recherchen bin ich auf dieses Forum gestoßen und würde gerne ein paar Meinungen zu meiner aktuellen Situation bzw. meinen Gedankengängen erhalten. Ich freue mich also über rege Anteilnahme ;)

Mein Vater hat mir vor ein paar Monaten eröffnet, dass er den Verkauf seines (und auch meines) Elternhauses, in dem er lebt, in Erwägung zieht, um vom Erlös z.B. eine Eigentumswohnung zu kaufen und vom Rest seinen Ruhestand zu finanzieren. Da in mir immer das Wunschdenken, einmal mit meiner eigenen Familie im Haus meiner Kindheit zu leben, schlummerte, macht mich die Vorstellung, das Haus an einen Fremden zu verkaufen etwas traurig! Daraufhin hat mein Vater mir vor ein paar Tagen angeboten, das Haus mir (bzw. meiner Freundin und mir) zu verkaufen.

Derzeit leben wir zur Miete und der Plan wäre, dass wir mit dem Hauskauf in das Haus einziehen würden.

Da wir uns bisher kaum mit dem Thema Hauskauf auseinandergesetzt haben, fing ich natürlich an zu recherchieren und bin somit hier gelandet - so viel zum Hintergrund.

Da alles noch recht frisch ist, bin ich ehrlich gesagt noch nicht mit allen Details versorgt. Trotzdem möchte ich so viel wie möglich preisgeben, um einen Eindruck zu vermitteln:

Das Haus ist ein freistehendes Einfamilienhaus, jedoch liegen darin zwei voneinander getrennte Wohnungen. Die Wohnung im Obergeschoss ist derzeit vermietet, mein Vater lebt im unteren Teil.

Ich schätze die Wohnfläche im ganzen Haus jetzt mal auf etwa 130-180 m², das Haus hat einen "mittelgroßen" Garten und eine Garage mit Stellplatz davor.

Die Lage ist meiner Meinung nach optimal - ruhige Wohngegend in Waldnähe, Kindergarten und Grundschule in 5 min zu Fuß zu erreichen. Ein S-Bahnhof ist etwa 10-15 min zu Fuß entfernt. Die nächste Stadt (300.000 Einwohner) ist sowohl mit der S-Bahn als auch mit dem Auto gut und schnell zu erreichen (10min Fahrtzeit).

Zwischen 2012 und 2014 wurden einige Modernisierungen erledigt, welche genau weiß ich noch nicht, aber meines Wissens wurde unter anderem neu gedämmt. Die Heizung ist laut Aussage meines Vaters das Einzige, was innerhalb der nächsten Jahre anstehen könnte.

So viel zum Objekt - kommen wir zum Finanziellen.

Unsere Recherchen auf dem aktuellen Immobilienmarkt spucken bei ähnlichen Objekten in ähnlichem Zustand Werte zwischen 500.000 und 700.000 aus. Mein Vater hat in einem Gespräch einmal einen "Freundschaftspreis" von 400.000 in den Raum gestellt. Wir denken, dass dies bei all den o.g. Faktoren ein wirklich faires Angebot ist.

Bei meiner Recherche bin ich auf Folgendes gestoßen:

"Wichtig ist, dass Sie Ihre Immobilie nicht zu einem Preis unter Marktwert verkaufen dürfen. Es ist allerdings möglich, durch ein lebenslanges Wohnrecht oder ein Pflegeversprechen seitens der Kinder den Preis deutlich zu mindern."

Wäre der o.g. Freundschaftspreis schon ein so niedriger Wert, dass wir uns über Wohnrecht bzw. Pflegeversprechen Gedanken machen müssen? Ein Wohnrecht würde wegfallen, da mein Vater ja ausziehen und sich verkleinern möchte.

Im gleichen Artikel steht, dass man den Wert der Immobilie offiziell schätzen lassen sollte. Ist das ein Muss bzw. empfehlenswert?

Unser größtes Problem bzw. unsere größte Sorge ist - wie wohl bei den Meisten - die Finanzierung des Ganzen. Wir sind beide Mitte 20, hatten bisher also noch keine Gelegenheit groß was beiseite zu legen, um einen großen Eigenkapitalwert einzubringen. Wir denken daher über eine 100%-Finanzierung nach. Eine Vollfinanzierung können wir eventuell umgehen (die Kaufnebenkosten wollen wir selbst tragen). Dadurch, dass bei einem Kauf innerhalb der Familie meines Wissens nach die Grunderwerbsteuer wegfällt (in BW sind das 5%), "sparen" wir ja an dieser Stelle einen guten Teil dieser Nebenkosten.

Da wir beide in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen (meine Freundin im öffentlichen Dienst) und gut verdienen, sehen wir unsere Chancen auf einen solchen Kredit als nicht zu gering an - Es ist nur irgendwie total neu für uns, mit so großen Geldbeträgen zu fantasieren und vor allem so weit in die Zukunft zu denken...

Habt ihr Erfahrungen mit 100%- oder gar Vollfinanzierung?

Natürlich wäre eine solche Finanzierung teurer als mit etwas mehr Eigenkapital aber mein Gedankengang ist, dass wir ja beim Kaufpreis und der Grunderwerbsteuer "sparen", womit sich der erhöhte Zinsaufwand vielleicht ausgleicht bzw. immer noch geringer ist, als bei einer "fremden" Immobilie, oder denke ich da falsch?

Beim Schreiben merke ich, dass ich nun nur zwei konkrete Fragen aufgeführt habe aber ich erhoffe mir hier vielleicht ein paar neue Denkanstöße oder auch Hinweise auf Dinge, an die wir noch gar nicht gedacht haben. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Gedanken zu meiner Situation mit mir teilt und bin natürlich für Fragen offen!

Viele Grüße und einen schönen Abend

Timo

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