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Datum Diskussionsverlauf

Verkehrswertermittlung durch Immobilienmakler

18.01.2011  10:23
von: ASImmo

Hallo zusammen,

als Immobilienmakler sollte man ja eigentlich keine Verkehrswertermittlung von Immobilien betreiben. Dennoch bieten das viele Makler auf Ihren Webseiten an. Ein Immobilienmakler hat aber oft gar nicht die Ausbildung von einem Sachverständigen, der so eine Bewertung auch sicher machen kann.

Wie steht ihr dazu?

Findet ihr es gut, wenn ein Immobilienmakler eine solche Bewertung vornimmt? Und wie ist es mit dem Haftungsrisiko wenn der Verkäufer später einen anderen Käufer findet, der mehr für die Immobilie bezahlt hätte?

Noch zwei letzte Praxisfragen:

Haben die meisten Verkäufer bereits eine Vorstellung, was sie für ihr Objekt haben wollen? Und was macht man mit Verkäufern, die zwar den Preis für ihre Immobilien einschätzen lassen möchten, aber kein Verkehrswertgutachten bezahlen wollen? Den Auftrag möchte man als Makler ja trotzdem nicht verlieren, man befindet sich in der Zwickmühle...

Vielen Dank für Tipps und Antworten.

Grüße

Andi

18.01.2011  11:57
von: Der Hausmeister

Hallo Andi,

wenn es nicht um ein Verkehrswertgutachten geht, reicht doch eine schnellbewertung (um überhaupt erst mal eine Preisvorstellung zu bekommen)

Hierzu könntest Du(oder der betreffende Makler) eine Softwarelösung verwenden:

http://www.immobilien-schnellbewertung.de/beispiel.php

mit dem hinweis das es kein verbindlicher Preis ist, denn die Region in der das Objekt steht usw. sollte ja auch in die Preisfindung mit einfliessen, dies kann jedoch von einer Software nicht 100% übernommen werden.

Hoffe das hilft etwas

Grüße vom Hausmeister

18.01.2011  16:47
von: Peter Wander

Hallo an Andi und den Hausmeister,

es ist auf keinen Fall Aufgabe eines Immobilienmaklers, den Verkehrswert einer Immobilie zu ermitteln. Wer das verlangt, wird höflich aber bestimmt abgewiesen. Der Makler, der das macht und dann um 100 000 € daneben liegt, muss sich nicht wundern, wenn eine Schadenersatzklage - völlig berechtigt - auf ihn zukommt. Auch diese höchst irrsinnige Softwarelösung ist ausgesprochener Quatsch. Entweder man wünscht ein seriöses Gutachten oder man legt irgendeinen Mondpreis nach Vergleichen mit den Nachbarn fest. Das Ganze ist eh Verhandlungssache.

Dein Rat, lieber Hausmeister, ist nicht besser als wenn Du mir vorschlägst, bei Magenkrebs mal im Internet nachforschen zu lassen, was man tun könnte.

Entschuldigung, aber solche Vorschläge machen mich rasend.

Wer als Kunde von einem Immobilienmakler verlangt, er soll ihm ein neues Gebiss machen, muss eben gehen. Genau das ist nichts anderes von der Sache her.

Lasst Euch nicht erweichen und wildert nicht in fremden Forsten - es sei denn, Ihr macht eine Ausbildung.

Peter

18.01.2011  19:57
von: Der Hausmeister

Hallo Peter,

danke für Deinen sehr hilfreichen Kommentar^^

Ist nur eine Meinung gewesen und keine Rechtsberatung oder ähnliches :) Nimm Dich selbst nicht so ernst, lach mal wieder dann gehts auch bald dem Magen besser

Schönen Abend

19.01.2011  08:59
von: Immobilienfuchs

Hallo zusammen,

man sollte unterscheiden zwischen einer Kaufpreisschätzung und einer Verkehrswertermittlung.

Der Makler nimmt idR nur eine Kaufpreisschätzung vor und bezieht dort vor allem seine Erfahrungswerte in der Region mit ein. Diese Schätzung ist meistens auch kostenfrei im Rahmen der Objektaquise (der Makler hofft natürlich auf einen Auftrag). Mit der Verkehrswertermittlung im eigentlichen Sinne hat das nichts zu tun.

Wenn man eine Verkehrswertermittlung in Auftrag gibt, verhält es sich anders. Es wird ein kostenpflichtiges Gutachten erstellt und der Sachverständige ist auch entsprechend in der Haftung.

Wenn man also seine Immobilie verkaufen möchte, kann man vorher theoretisch auch mehrere Makler bitten, die Schätzung abzugeben. Dann sieht man sehr schnell, ob die eigene Kaufpreisvorstellung realistisch ist oder eher nicht. Eine überschlägige eigene Einschätzung kann man auch über die Immobilienportale gewinnen. Die Recherche ist zu empfehlen, auch wenn letztlich nicht alle dort angebotenen Objekte zu diesem Preis verkauft werden.

Grüße vom Immobilienfuchs

19.01.2011  10:23
von: Peter Wander

Nein, auch das ist kategorisch abzulehnen, Immobilienfuchs.

Welchen Unterschied macht denn ein Laie zwischen einem Gutachten und einer Schätzung? Ein Laie will wissen, was er für seine Immobilie bekommt. Daher nimmt er diese "Schätzung" (Was ist das eigentlich?) für bare Münze. Seit ich im Sachverständigengeschäft einige Jahre gemanagt habe (Vermittlung und Ausbildung), spreche ich jedem Makler die Fähigkeit ab, solche Schätzungen wirklich vornehmen zu können. Ich treffe immer noch welche, die "Lage, Lage, Lage" mit dem Ausdruck des arroganten Siegers verkünden und glauben, Sie sind im Recht. Ein guter und ehrlicher Immobilienmakler wird solch ein Ansinnen kategorisch ablehnen. Es ist nicht seine Aufgabe, genau so wenig, wie Häuser zu verwalten, Finanzierungen zu vermitteln und Versicherungen zu vertreiben. All diese Dinge haben das Geschäft und das Ansehen des Immobilienmaklers ruiniert, so dass es jetzt mit Doku-Soaps wie "mieten, kaufen, wohnen" auf Vox wieder aufpoliert werden soll. (Was komplett in die Hose geht, und der Branche nicht dienlich ist, weil dort Laiendarsteller von "Autoren" vorgegebene Szenen nachäffen - ich weiß es aus erster Hand)

Wie gesagt, auch mehrere Immobilienmakler werden keinen verlässlichen Wert zustande bringen. Schade, dass solche Ratschläge gegeben werden - Schuster, bleib bei deinen Leisten!

Peter

19.01.2011  11:44
von: Immobilienfuchs

Hallo Peter,

ich habe beschrieben, wie es in der Praxis allgemein gehandhabt wird und nichts weiter. Auch habe ich keine persönliche Meinung dazu kundgetan.

Deine Meinung kennen wir ja jetzt:-)

Noch ein Tipp für alle, die ein richtiges Verkehrswertgutachten ihrer Immobilie erstellen lassen möchten: Außer freien und öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen gibt es noch den Gutachterausschuss der Landkreise, die solche Gutachten anfertigen.

Sachverständiger ist im Übrigen kein geschützter Titel, genausowenig wie Immobilienmakler (den man allerdings meines Wissens erst nach Erhalt der Gewerbeerlaubnis führen darf). Als Sachverständiger benötigt man auch keine Gewerbeerlaubnis. Wenn man sicher gehen möchte, wendet man sich an einen öffentlich bestellten und vereidigten SV, da dieser eine Prüfung vor der IHK ablegen musste und die öffentliche Bestellung immer wieder verlängern lassen muss.

Also egal ob Makler oder (freier) Sachverständiger - Qualifikation prüfen (und ja, es gibt auch Makler, die mehrere Qualifikationen haben:-).

Übrigens habe ich so eine Maklersendung noch nie gesehen (lohnt sich das?).

Ansehen und Ruf der Makler wurden m. E. (also nur meine bescheidene Meinung) von den Maklern selbst ruiniert. Um die Gewerbeerlaubnis zu erlangen, braucht man ja keinen Qualifikationsnachweis und ohne tiefere Kenntnisse kann auch bei einem vermeintlich einfachen Auftrag allerhand schief gehen.

Für alle, die es noch nicht wissen: Bei Hausverwaltern ist es wie bei (freien) Sachverständigen, da benötigt man weder Qualifikationsnachweis noch Gewerbeerlaubnis.

In der Versicherungsbranche wurde dies 2005 geändert. Zum Glück muss seitdem jeder Versicherungsvermittler eine gesalzende Sachkundeprüfung bei der IHK ablegen.

Grüße vom Immobilienfuchs

19.01.2011  14:33
von: Peter Wander

Damit kann ich leben. Jetzt stimmen die Proportionen wieder. Deshalb kann man nur diejenigen beglückwünschen, die vorher etwas darüber lernen, egal wo, am besten natürlich bei Eurem Werbepartner :-).

Für die tägliche VOX-Sendung um 18.00 Uhr mache ich keine Werbung. Aber wer sie als Insider sieht, bekommt soooooooo einen Hals! Da werden voll vermietete Wohnungen und Häuser vermakelt!

Gruß

Peter

20.01.2011  00:51
von: immo2000

hallo immo,

um einen überblick zu bekommen, hol dir beim gutachterausschuss den jährlichen bericht über die tatsächlich verkauften wohnungen und häuser, in der umgebung wo sich die immobilie befindet. hol dir dann die preisvorstellung des verkäufers ein und vergleiche sie damit. du kannst aber auch wie es die versicherungen abhandeln den wert 1914 nehmen und ihn mit den aktuellen baukostenindex multiplizieren, somit erhälst du einen wert. software dafür gibt es kostenlos auf verschiedenen homepages...google einfach...

ansonsten gilt der grundsatz: verkehrswert ist der wert, den ein normaldenkender käufer bereit ist auszugeben. wertgutachten berücksichtigen nicht die aktuelle wirtschaftslage der immobilie....legst du ein gutachten einem käufer vor, kann es sein das du deine glaubwürdigkeit verlierst...und er sich kaputtlacht. du musst immer daran denken...der gutachter wurde vom verkäufer bezahlt und dessen lied singt er. hast du 10 gutachten erhälst du auch 10 verschiedene werte....

setzt der verkäufer einen kaufpreis fest, dann stell ihn mal die rhetorische frage, wie er auf den preis gekommen ist....dabei fangen fast alle an zu stocken und überlegen das erste mal....die meisten verkäufer glauben, das ihnen auch der ideele wert bezahlt wird....dies ist aber nicht der fall...entwickel fingerspitzengefühl....was noch geht...denk dran nur eine verkaufte immobilie ist für den makler eine gute immobilie....lass dich nicht von zu viel theoretischen mist zumüllen...glaub nicht, dass erst wenn du diesen oder jene ausbildung hast das verkaufen von alleine geht...alles blödsinn...frag dich selbst, was du bereit wärst für dieses haus auszugeben...damit liegst du fast immer gold richtig

viele

grüße

viele grüße

20.01.2011  01:06
von: immo2000

achja, noch zum schluss,

es ist das schlimmst was einem verkäufer passieren kann, zu glauben, das er den preis bekommt, was im gutachten steht....er sollte immer flexibel sein und an seinen vorstellungen nicht festhalten....das ende vom lied ist, der nichtverkauf der immobilie...dann geht es zum ersten makler...dann zum zweiten....dann zum dritten und was tödlich ist, wenn mehrere makler dasselbe haus/wohnung anbieten...reaktion des marktes " das ding muss weg" wird angeboten wie sauerbier...geht wie ein callgirl mit jeden vermittler mit...ende vom lied die hütte wird nicht verkauft oder erheblich unter preis.

20.01.2011  08:03
von: Immobilienfuchs

Hallo immo2000,

ich möchte nur kurz etwas richtig stellen, was den Wert 1914 betrifft.

Die Gebäudeversicherung versichert lediglich Gebäude und nicht das Grundstück. Der Verkaufspreis für eine Immobilie setzt sich jedoch immer aus den Verkauspreisen für Grundstück und Gebäude zusammen. Außerdem erhält man nach der Umrechnung den gleitenden Neuwert. Das passt also nicht so ganz.

Nix für ungut.

Grüße vom Immobilienfuchs

20.01.2011  10:20
von: Der Hausmeister

Ja genau meine Meinung. (Punkt)

mfg Der Hausmeister

20.01.2011  15:49
von:

Der gleitende Neuwert ist nichts anderes als der Verkehrswert. Und wenn er im aktuellen Jahr berechnet wird, ist er auch mit dem Verkehrswert identisch. Des Weiteren kann man einer Versicherung auch ein Gutachten vorlegen. Aber das Wort gleitender Neuwert sagt schon alles aus. Neuwert, also jetziger Wert. Gleitend heisst es deshalb, das dieser Wert immer mit dem Baukostenindex berechnet wird, da Versicherungen und deren Kunden nicht immer Lust haben jedes Jahr die Immobilien neu zu berechnen bzw. zu bewerten. Setzt euch mit der materie auseinander, dann versteht ihr es.

Das dazu noch das Grundstück dazu gerechnet wird, habe ich vorausgesetzt. Auch die Grundstückspreise bekommt ihr über den Gutachterausschuß und von daher sollte es wohl einfach sein, eine Berechnung zu starten.

immo2000

gepr. Kaufmann

gepr. Versicherungsfachwirt

gepr. Haus -und Grundstücksverwalter

20.01.2011  16:45
von: Immobilienfuchs

@ immo2000

Ich glaube, wir verzetteln uns jetzt langsam.

Zunächst: Ich habe nicht daran gezweifelt, dass Du weißt, dass das Grundstück nicht im gleitenden Neuwert enthalten ist. Ich wollte das nur für die Leser klarstellen, die vielleicht nicht alle vom Fach sind.

Nun zu den Begriffen:

Meines Wissens ist der gleitende Neuwert der Wiederherstellungswert eines Gebäudes.

Dass dieser Wiederherstellungswert mit dem Verkehrswert (Marktwert) identisch sein soll, habe ich noch nie gehört.

Der Verkehrswert wird ja bekanntlich durch Sach-, Ertrags- oder Vergleichswert ermittelt. Der Wert 1914 wird hingegen durch die Art des Gebäudes, die Bauausführung und die Aussattung ermittelt.

Sicherlich ist das ein Teil der Verkehrswertermittlung. Aber die eigentliche Verkehrswertermittlung geht noch weiter, auch wenn man das Grundstück (und im speziellen die Lage des Grundstücks) außen vor lässt.

Klar können Versicherung den Wert 1914 anhand eines detaillierten Verkehrswertgutachtens ermitteln, weil da alle notwendigen Komponenten drin sind, aber ob das umgekehrt so ohne Weiteres geht?

Interessante Diskussion!

Grüße vom Immobilienfuchs

21.01.2011  22:03
von: ASImmo

Hallo an alle,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

Ich bin ehrlich gesagt auch der Meinung von Peter.

Als Immobilienmakler kommt man aber in eine schlechte Position, wenn man alle Kunden, die den Verkehrswert/Marktwert ihrer Immobilie eingeschätzt haben möchten, zu einem Gutachter schickt.

Ich denke, dass viele Kunden sich dann nicht die Mühe machen, zum Gutacher zu gehen um für viel Geld ein Gutachten zu erhalten.

Eher glaube ich, dass sich der Maklerkunde denkt, dass der ausgewählte Immobilienmakler unfähig ist und einfach zur Konkurrenz geht... wie soll es anders sein, der nächste Maklerkollege bietet eine "kostenlose" Wertermittlung an = der Kunde ist (!)vorerst zufrieden.

Was an rechtlichen Streitigkeiten, Aussagefähigkeit des ermittelten Verkehrswerts/Marktwerts, usw. auf Kunde und Makler zukommen kann wissen wir wohl alle.

Im Endeffekt bleibt für mich persönlich folgendes Fazit:

1. Bietet man keine Werteinschätzung als Immobilienmakler an, hat man gegenüber der Konkurrenz schlechtere Karten. Aus Kundensicht ist das auch verständlich, schließlich bieten es genug andere Kollegen kostenfrei an (auch ohne Sachverständigenausbildung).

2. Bietet man die Werteinschätzung für Kunden an, ist man immer einem Haftungsrisiko ausgesetzt, dass man überhaupt nicht abschätzen kann. Man kann um 10.000,00 € daneben liegen aber genau so gut sind auch 100.000,00 € oder mehr möglich. Gut wenn dann der Verkäufer bzw. Käufer anschließend nicht mehr nachforscht und zufrieden ist. Schlecht, wenn die Kundschaft es genauer wissen will und dabei auch noch Erfolg hat. Das kann u. U. bedeuten, dass man sein Immobilienbüro schließen muss.

Ob bei einer solchen "Fehlschätzung" des Maklers, ohne Sachverständigenausbildung, die Vermögensschadenhaftpflicht hilft kann ich nicht sagen. Dazu werde ich mich aber sicherich informieren.

Viele Grüße

Andi

22.01.2011  12:55
von: Maklerlehrling

Sehr spannendes Thema, welches mich kürzlich auch schon beschäftigt hat(siehe diesen Thread:

http://www.forum-immobilienfragen.de/threaddetails.php?threadid=917 )

Klare Aussagen erhält man zu der Frage wenige. Im ILS-Fernstudium gibt es zwar ein ganzes Heft zur Verkehrswertermittlung, wer dafür in der Praxis aber zuständig ist und unter welchen rechtlichen Bedingungen, dazu schweigt man sich aus.

Zu dem was Peter sagt: Wenn ich mich mal in einen Kunden versetze, der einen Makler beauftragt hat, und dieser weigert sich, irgendeine Aussage bezüglich eines realistischen Kaufpreises zu machen, würde ich mir wohl einen anderen Makler suchen. Es wird doch in der Regel erwartet, dass ein Makler zumindest deutlich überzogene Kaufpreisideen des Verkäufers erkennt und zu korrigieren versucht, damit das Objekt nicht zum Ladenhüter wird.

Herr Johns, Bundesgeschäftsführer des IVD und Autor von "Existenzgründung für Immobilienmakler" empfiehlt in seinem Buch die Verwendung von Software (z.B. von Sprengnetter; dieser Anbieter offeriert zudem auch Online-Kurzbewertungen, ebenso immobilienscout24).

Auf ein Softwareergebnis alleine würde ich mich allerdings nicht verlassen, da diese eben die ach so wichtige Lage und besondere Eigenschaften der einzelnen Immobilie schwerlich berücksichtigen kann.

Mein Fazit wäre:

- dem Kunden gegenüber muss auf jeden Fall der Unterschied zwischen einem rechtssicheren Verkehswertgutachten durch einen ausgebildeten Sachverständigen und einer Schätzung durch einen Makler oder eine Maklersoftware betont werden. Möchte er ein verbindliches und ausführliches Gutachten, so muss er dafür auch etwas bezahlen. (Interessant wäre, inwiefern man hier eine Haftung als Makler ausschließen kann?)

- als Makler würde ich vielleicht eine Software verwenden, um einen groben Richtwert zu erhalten - hinzuziehen sollte man aber sicher noch aktuelle Vergleichswerte, Immobilienmarktbericht und natürlich die Besonderheiten des Objekts.

@ASImmo: Es wäre sehr hilfreich, wenn du hier mitteilen könntest, was deine Recherche bezüglich der Vermögenschadenhaftpflicht im Falle von Fehlbewertungen ergeben hat.

22.01.2011  22:01
von: immodachs

hallo an alle....

also bitte nicht heisser Kochen wie das thema ist.

niemand kann auf grund einer schätzung haftbar gemacht werden. eine schätzung bleibt eine schätzung. kein gericht der welt wird daraufhin jemand verurteilen. kleiner tipp, holt euch eine wertermittlungssoftware rechnet den wert aus und gebt an: wertermittlung laut den angaben der verkäufer und berechnung mit der xy software für wertermittlung bin ich auf folgende schätzung gekommen. bitte immer mit cirka werten arbeiten...wert ist ca. 345000,-euro. wenn ihr noch sicherer gehen wollt kleiner passus: für eine fehlerfreie berechnung kann der makler keine haftung übernehmen. also damit geht es auf jeden fall....1. für eine schätzung kann keiner haftbar gemacht werden, 2.ihr nehmt bezug auf eine software, 3.circa-werte sind keine absoluten werte, 4. ihr entledigt euch der haftung. dieses am besten gebündelt am ende der wertermittlung.

so...nun viel spass beim makeln....

immodachs

29.01.2011  11:27
von: Immo-Opa

hallo zusammen,

ich bin neu hier, hab zufällig diesen Thread gefunden. Da ich seit 1986 hauptberuflich mit Immobilien beschäftigt bin, wollte ich noch meine Meinung beisteuern...

Ein Verkehrswertgutachten nach §194 BauGB ist ein umfangreiches Werk, das den Markt abbilden soll. Der ermittelte Wert hat NICHTS mit dem Wert zu tun, den die Versicherung "ermittelt" (Zwischen 1914 und heute gibts einfach zu viele Währungsreformen - die WE-Branche nimmt diesen Wert nicht ernst). Auch der "gemeine Wert" den das FA ermittelt, hat damit nichts zu tun.

Eine Schätzung muss sich nicht, wie ein Verkehrswertgutachen an die hierzu vorgegebenen, normierten Verfahren halten. Obwohl auch im VKW-Gutachten grundsätzlich ungewöhnliche Verfahren erlaubt sind... Aber halt enorm angreifbar vor Gericht...

Wer eine Schätzung abgibt, gibt einen Wert vor. Auch eine Schätzung muss einigermassen im Ziel sein. Bitte immer Haftungsausschluss mit einbauen. Softwareangabe bringt nichts, damit lässt sich keine Haftung verlagern (alle Hersteller schliessen in der EULA dies aus)

Im Gutachten ist keine Ca.-Angabe erlaubt.

Zum Verständnis: ich bin Bankkaufmann (Prüfung 1985) als Zwgst.-Leiter ausgeschieden, seither als Makler tätig. Zusätzlich bin ich seit über 10 Jahren Dipl.-Sachverständiger (DIA) für die Berwertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, Mieten und Pachten und bereite mich derzeit auf die öBuV und Zertifizierung vor.

Noch was: Finger weg von Software - die hilft nur, wenn man es auch ohne könnte....

Gruß, Herbert

05.08.2011  08:27
von: youngster

Hallo,

selbst "Gutachter" verrechnen sich ! Ich habe schon Gutachten gesehen mit über 66% Abweichung gegenüber einem zweiten Gutachten. Es gibt genauso alte Gutachter die noch mit alten Verfahren rechnen , die in der heutigen Zeit nicht mehr oder nur selten angewendet werden und schwer nachvollziehbar sind. Ein Gutachten muss einfach immer plausibel und nachvollziehbar sein...

06.09.2011  19:50
von: Daniel

Ich selbst bin Immobilienmakler und mache NATÜRLICH auch Einwertungen bzw. Vorschläge, zu welchem Preis die Immobilie angeboten werden sollte (je nach Situation des Verkäufers). Der Wert einer Immobilie bestimmt sich letztlich erst dadurch, was ein Käufer bereit ist dafür zu zahlen. Genau hier kommt meiner Meinung nach die wesentliche Aufgabe des Maklers zum Einsatz, dessen Aufgabe es ist, einen möglichst großen Käuferkreis anzusprechen und so mit den potentiellen Kaufinteressenten über den Preis zu verhandeln. Und der erzielte Kaufpreis weicht nicht selten von sog. "professionell" erstellten Gutachten ab (z. B. bei Liebhaberobjekten oder Verkäufen aufgrund von Liquiditätsengpässen der Verkäufer).

Nur nebenbei erwähnt: Im Studium eines Gutachters geht es nur im 1. Semester um die Bewertung von Standard-Immobilien. Das eigentliche Studium besteht aus der Bewertung von Spezialimmobilien (z. B. Grundstück mit Tankstelle, Industrie- und Gewerbeimmobilien etc.)

20.10.2014  19:02
von: Gudrun
Hantelbeck

Antworten auf diese Fragen findet man in einer aktuellen Pressemitteilung von einem Rechtsanwalt und Fachbuchautor zu diesem Thema:

http://news.immobilienscout24.de/recht/haftet-ein-immobilienmakler-dem-verkaeufer-fuer-eine-unzutreffende-immobilienwertermittlung,116005.html

Viel Spass beim Lesen !

26.10.2014  16:43
von: Heinz Jaspers

Zu dem Thema habe ich eine recht interessante Pressemitteilung von dem Immobilienrechtsanwalt und Buchautor Rennert gefunden auf Immobilienscout24:

http://news.immobilienscout24.de/recht/haftet-ein-immobilienmakler-dem-verkaeufer-fuer-eine-unzutreffende-immobilienwertermittlung,116005.html

Das dürfe die Fragen beantworten.

Oder wie sehr Ihr das ?

27.01.2016  22:08
von: Josef

Also ich bin schon etwas entsetzt, wenn ich hier lese, dass Sachverständigengutachten lächerlich gemacht werden. Wenn alle Sachverständigen sich an die gesetzlichen Vorgaben und die entsprechenden Richtlinien halten, kommen bei 10 Gutachtern zwar auch zehn Werte raus, aber die unterscheiden sich nur marginal.

Blödsinn sind die Bewertungstools im Internet, bei denen man ein "Gutachten" für 29,90 € erhält. Die Basieren auf Vergleichswerten und zwei Objekte sind nur äußerst selten vergleichbar.

Wenn man einen marktüblichen Preis einer Immobilie erhalten will und man selber keinen Plan vom Immobilienmarkt hat, führt kein Weg an Gutachtern vorbei.

Die Leute, die etwas anderes sagen, haben keine Ahnung (Makler eingeschlossen). Ich selbst bin Sachverständiger für Immobilienbewertung und habe eine meiner Wohnungen über Makler verkauft. Einer wollte sie gar nicht (kein Balkon), der andere meinte "na für so 110.000 € kann ich es mal versuchen". Ich hab sie selbst verkauft und meinen getaxten Wert (129.000 €) erhalten. Makler sind auf schnelles Geld aus. Einmal besichtigt, verkauft und 2* 3,57 % Provision erhalten.

12.07.2017  18:00
von: Harald

<a>www.google.de</a>

13.11.2017  21:40
von: Tim Federmann

Ich halte eigentlich auch nichts von Onlinebewertungstools.

Aber viele Eigentümer wollen halt zu Beginn ihrer Verkaufsüberlegungen noch nicht gleich einen Gutachter oder Makler ins Haus holen, sondern erstmal nur diskret sondieren und greifen daher auf solche mittel zurück.

Problem: Haben sie erstmal online einen Preis ermittelt, der aufgrund Angaben, die durch die rosa Brille gemacht wurden meist zu hoch ist, weichen sie auch später nur noch schwer davon ab.

Wir haben daher unser eigenes Tool zur Immobilienbewertung entwickelt: https://www.wita-immo.de/kostenlose-online-immobilienbewertung/

Die Eingabe geschieht zwar online, im Anschluss erfolgt aber ein Anruf, um die Details abzufragen.

Beim mitteilen des Wertes legen wir dann nochmal sehr viel Energie darauf, dem Eigentümer klar zu machen, dass so eine Ferndiagnose nie wirklich genau sein kann und große Abweichungen die Regel sind.

Viele Eigentümer beauftragen uns dann Wochen bis Monate später mit einer Vor-Ort Wertermittlung.

27.06.2020  22:07
von: Marco Bode

Hallo Zusammen,

ich selbst habe bereits 2 Immobilien unter https://www.online-immobilienwertermittlung.de bewerten lassen und bin sehr zufrieden gewesen mit dem Ergebnis und den Experten welche meine Immobilien bewertet haben.

Diese hatten Jahrelange Erfahrung und haben meine beiden Immobilien (67qm2 Wohnung und ein 3 Familienhaus) zu tollen Preisen verkauft. Dies kann ich nur sehr empfehlen.

Würde jederzeit wieder meine Immobilienwertermittlung über diese Seite abschließen.

Viele Grüße

Marco Bode

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